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Dienstag, 7.2.2012

UBS rechnet weiter mit schweren Zeiten

Die UBS hat im vergangenen Jahr gut 4,2 Milliarden Franken Reingewinn gemacht. Die Flaute an den Kapitalmärkten und der Kostendruck in der Vermögensverwaltung hinterliessen tiefe Spuren. Im Ausblick gibt sich der Konzern entsprechend verhalten.

UBS erfüllt Erwartungen. (Reuters)

UBS: immer noch von Steuern befreit

Die UBS zahlt als Unternehmen - gleich wie die Credit Suisse - nach wie vor keine Steuern. Das Steuergesetz gibt den beiden Grossbanken diese Möglichkeit. Darunter leidet die Stadt Zürich.

Beitrag aus Echo der Zeit vom Dienstag, 7.2.2012, 18.00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News

Die Euro-Schuldenkrise hat im letzten Jahr am Ergebnis der Schweizer Grossbank UBS genagt. Der Jahresgewinn sank auf 4,23 Milliarden Franken, verglichen mit 7,5 Milliarden Franken im Vorjahr, wie die grösste Schweizer Bank mitteilte. UBS-CEO Sergio Ermotti dennoch zufrieden mit dem Resultat.

Im vierten Quartal verbuchte die UBS gerade noch einen Gewinn von 393 Millionen Franken. Sie lag damit deutlich unter dem Ergebnis des Vorjahres, als von Oktober bis Dezember noch über eine Milliarde Franken verdient worden war. Selbst im dritten Quartal des Berichtsjahres war der Bank unter dem Strich rund das Vierfache übriggeblieben, obwohl damals ein Händler in London über 2 Milliarden Dollar in den Sand gesetzt hatte.

Auch die Analysten hatten mit einem besseren Quartalsergebnis gerechnet. Durchschnittlich gingen sie von einem Quartalsgewinn von 600 Millionen Franken aus, wie eine Umfrage der Finanznachrichtenagentur AWP ergab.

Vermögensverwaltung als Zugpferd
Geld verdient hat die UBS hauptsächlich mit der Vermögensverwaltung. Im vierten Quartal betrug der Vorsteuergewinn der Sparte - inklusive dem Schweizer Bankgeschäft - 882 Millionen Franken. Dies ist deutlich weniger als im Vorquartal, als sich das Spartenergebnis noch auf über 1,5 Milliarden Franken belief.

Die Vermögensverwaltung in Amerika trug 114 Millionen Franken zum Ergebnis bei, mit der Verwaltung von Vermögen institutioneller Anleger verdiente die UBS 118 Millionen Franken.

Verlustgeschäft Investmentbanking
Im vierten Quartal erneut Geld verlor die UBS mit der Investmentbank. Der Vorsteuerverlust belief sich auf 256 Millionen Franken.

Trotzdem ist UBS-CEO Ermotti zuversichtlich. Die UBS habe in diesem Bereich die Risiken sehr stark reduziert, sagte er gegenüber Schweizer Radio DRS und fügte an: Zusammen mit den Umstrukturierungsplänen sei die UBS – trotz sehr schwierigem Umfeld – gut unterwegs in die Zukunft. Die kleinere Investmentbank werde sich auf die Bedürfnisse von privaten und institutionellen Kunden fokussieren.

Weitere Sparrunde beim Personal nicht ganz ausgeschlossen
Auf die Frage, ob die Bank weitere Stellen streiche, sagte Ermotti, die UBS sei bestrebt, die Kosten stabil zu halten. Das beinhalte alle Formen von Sparmassnahmen und Verbesserungen. «Nur mit stetem Sparen können wir eine Profitabilität erreichen, die eine gewisse Nachhaltigkeit hat.»

In den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres senkte die UBS die Zahl ihrer Mitarbeiter um rund 1100. Letzten Sommer wurde eine Stellenabbau von 3500 Stellen bekannt gegeben, im November ein weiterer von zusätzlich 500 Arbeitsplätzen.

Die Möglichkeiten für zusätzliche Kosteneinsparungen sind laut UBS begrenzt. Man werde aber weitere Massnahmen zur Senkung der Kosten ergreifen, falls sich die Märkte weiter verschlechterten, teilte die Bank mit.

Mehr Kunden
Allerdings geniesst die UBS bei den Vermögenden offensichtlich wieder ein höheres Vertrauen: Insgesamt flossen der Bank 2011 neue Kundengelder von netto 42,4 Milliarden Franken zu. In den letzten drei Monaten des Jahres betrug der Nettoneugeldzufluss 6,4 Milliarden Franken. 2010 hatte die UBS noch einen Abfluss von Kundengeldern erlitten. Insgesamt verwaltete das Finanzinstitut Ende 2011 Kundenvermögen in Höhe von 2,167 Billionen Franken.

Weniger im Bonus-Pool
Voran kommt die UBS nach eigenen Angaben mit ihrem Kostensenkungsprogramm, mit welchem sie auf die aktuelle Situation auf den Finanzmärkten - namentlich auf den Margendruck auf die Vermögensverwalter auf dem Finanzplatz Schweiz - reagiert. 2011 seien Kosteneinsparungen von 2,1 Milliarden Franken erzielt worden, schreibt die Bank mit. Der Bonus-Pool sei um 40 Prozent herabgesetzt worden.

Der tiefere Bonus entspricht laut CEO Ermotti der derzeitigen Profitabilität der UBS. Er glaube nicht, dass Löhne und Boni in den kommenden Jahren stark steigen werden.

Verhaltener Ausblick
Für die nahe Zukunft zeigt sich die UBS eher pessimistisch. Die Unsicherheit über die generelle Entwicklung der Weltwirtschaft und die Bedenken wegen der Schuldenkrise in Europa dürften sich negativ auf das Ausmass der Kundenaktivität auswirken, so das Finanzinstitut.

Der üblicherweise im ersten Quartal beobachtete Anstieg der Handelsvolumen könnte möglicherweise nicht im gewohnten Umfang stattfinden. Dies würde sich laut UBS insbesondere auf die Erträge der Investmentbank auswirken.

Zugleich geht die UBS davon aus, dass sie weiterhin neue Kundengelder anziehen kann. Ebenfalls fortsetzen will die Bank den Abbau von risikoreichen Positionen in ihrer Bilanz.

Aktien um rund ein Prozent gesunken
Die Aktien der UBS verloren im frühen Handel an Boden. Vor 10.00 Uhr standen die Papiere 1,1 Prozent unter dem Vorabendschluss. Insgesamt ging der Schweizer Aktienmarkt wenig verändert in den Handel. Die Lage sei weiterhin von den Bemühungen um eine Lösung in Griechenland geprägt, hiess es in Marktkreisen. (basn, sda)

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